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Die Waldbesitzer

Zertifizierte
Waldretter

In Deutschland gibt es ungefähr 1,8 Millionen private Waldeigentümer. Bei jedem sechsten handelt es sich um einen PEFC-zertifizierten Waldbesitzer. Aber was unterscheidet eigentlich einen Waldbesitzer mit von einem ohne Zertifikat? Vor allem das: PEFC-zertifizierte Waldbesitzer machen mehr, als die Gesetze verlangen, um unsere Umwelt und unsere Wälder zu schützen. Und lassen ihr Tun regelmäßig überprüfen. Hier erfährst Du, was sie konkret auszeichnet.

In Deutschland gibt es ungefähr 1,8 Millionen private Waldeigentümer. Bei jedem sechsten handelt es sich um einen PEFC-zertifizierten Waldbesitzer. Aber was unterscheidet eigentlich einen Waldbesitzer mit von einem ohne Zertifikat? Vor allem das: PEFC-zertifizierte Waldbesitzer machen mehr, als die Gesetze verlangen, um unsere Umwelt und unsere Wälder zu schützen. Und lassen ihr Tun regelmäßig überprüfen. Hier erfährst Du, was sie konkret auszeichnet.

48 %

unserer Wälder sind in Privatbesitz.

1,8 Mio.

private Waldeigentümer gibt es in Deutschland.

1,2 Mio.

Menschen arbeiten in der Holz- und Forstwirtschaft. Das sind mehr als in der Automobilindustrie.

Unser Regelwerk für Waldbesitzer

Das Besondere an PEFC-zertifizierten Waldbesitzern ist, dass sie sich an strenge Regeln halten. Diese Regeln helfen ihnen gleichzeitig, angesichts der Unwägbarkeiten des Klimawandels, die richtigen Entscheidungen für ihren Wald zu treffen.

1.

„Ich halte mich an gesetzliche Forderungen“

PEFC-zertifizierte Waldbesitzer sind verpflichtet, sich an gesetzliche Forderungen zu halten. Dazu gehören beispielsweise:

  1. Relevante Bundes- und Landesgesetze.
  2. Für den Waldbesitzer relevante vertragliche Verpflichtungen (zum Beispiel Tarifverträge).

2.

„Ich gehe klug mit den forstlichen Ressourcen um“

Das Ziel eines PEFC-zertifizierten Waldbesitzers ist es, den Wald nachhaltig zu bewirtschaften. Das bedeutet, dass langfristig höchstens so viel Holz genutzt wird, wie nachwächst. Dabei sind folgende Aufgaben wichtig:

1. Erstellung von Bewirtschaftungsplänen
In Bewirtschaftungsplänen werden Ziele festgesteckt, um die Nachhaltigkeit zu gewährleisten. Wie viel kann geerntet werden? Welche Baumarten passen auf welche Standorte? In welchen Waldteilen soll der Naturschutz Vorrang haben?

2. Dauerhafte Bewaldung gewährleisten
Unsere Wälder dürfen nicht schrumpfen. Deshalb ist es die Aufgabe unserer PEFC-zertifizierten Waldbesitzer, eine dauerhafte Bewaldung zu gewährleisten. Dies geschieht, indem bei Verlichtungen des Waldes bewusst nachgepflanzt wird.

3.

„Ich achte auf die Gesundheit und Vitalität des Waldes“

Unsere PEFC-zertifizierten Waldbesitzer sind verantwortlich für die Gesundheit und Vitalität des Waldes. Damit dieser auch zukünftig widerstandsfähig bleibt, übernehmen sie folgende Aufgaben:

  1. Erkennung und Beseitigung erkrankter, zum Beispiel vom Borkenkäfer befallener Bäume, um den Zusammenbruch größerer Waldgebiete zu verhindern und die Sicherheit der Waldbesucher zu gewährleisten.
  2. Unterlassen der Düngung zum Zwecke der Ertragssteigerung.
  3. Gewährleistung der Zugänglichkeit der Wälder, um Baumstämme zur Weiterverarbeitung des Holzes abtransportieren zu können.
  4. Pflege des Waldes, wie die Beseitigung von Sturmschäden.

4.

„Ich unterstütze die Produktionsfunktion der Wälder“

Ein Waldbesitzer kann nur nachhaltig wirtschaften und pflegen, wenn er Erträge erzielt und damit seine Existenz sichern kann. Deshalb muss Wertschöpfung ein Ziel der PEFC-zertifizierten Waldbesitzer sein. Trotzdem müssen Erträge unter Einhaltung der Nachhaltigkeitsprinzipien erzielt werden.

5.

„Ich sichere die biologische Artenvielfalt“

Eine der anspruchsvollen Aufgaben unserer PEFC-zertifizierten Waldbesitzer ist die Sicherung der biologischen Artenvielfalt im Ökosystem Wald. Das betrifft sowohl Pflanzen als auch Tiere. Dabei gibt es einiges zu beachten:

  1. Nadel- und Laubbäume wechseln sich ab – keine Monokulturen oder Reinbestände.
  2. Die ausgewählten Bäume fühlen sich an ihrem Standort wohl (standortgerecht, klimastabil).
  3. Seltene Baum- und Straucharten sollen gefördert werden.
  4. Die Verwendung von gentechnisch verändertem Saatgut ist zu unterlassen.
  5. Biotope und Moore müssen gepflegt und geschützt werden.
  6. Wildbestände sind an die natürlichen Gegebenheiten anzupassen.
  7. Tote Bäume, Bäume mit Vogelhorsten und Bäume mit Spechthöhlen sind im Wald zu lassen (wertvoller Lebensraum für seltene Arten, zum Beispiel Hirschkäfer und Fledermäuse).

6.

„Ich fördere die Schutzfunktionen des Waldes“

Eine der vielen Funktionen des Waldes ist der Schutz vor Lawinen und Bodenerosionen.

Aber auch die Filterung des Regenwassers zur Gewinnung von sauberem Grundwasser ist eine Schutzfunktion des Waldes. Der Wald trägt darüber hinaus ganz klar zum Klimaschutz bei, weil er als CO2-Speicher und Sauerstofflieferant fungiert.

Der PEFC-zertifizierte Waldbesitzer hat die Aufgabe, diese Schutzfunktionen zu sichern. Das schafft er unter anderem durch folgende Maßnahmen:

  1. Die Pflege und den Schutz von Gewässern und Bodenschutzwäldern. Böden dürfen zum Beispiel nicht abseits der Wirtschaftswege (Rückegassen) durch schwere Maschinen zusammengepresst („verdichtet“) werden.
  2. Die Förderung der Produktion von langlebigen Holzprodukten zur langfristigen Speicherung von CO2.

7.

„Ich nehme meine gesellschaftliche Verantwortung ernst“

Der Wald ist ein öffentlicher Ort mit freiem Zugang – auch wenn er großteils in Privatbesitz ist. Diesen Zugang gilt es zu koordinieren, mit Rücksichtnahme auf Waldökosysteme und Standorte mit geschichtlicher, gesellschaftlicher oder religiöser Bedeutung.

Der Wald ist so zu gestalten, dass er den Interessen verschiedener Anspruchsgruppen gerecht wird. Zu diesen Anspruchsgruppen gehören im Grunde wir alle: Familien, Kinder, ältere Menschen, Sportler oder Reiter. Der Waldbesitzer sorgt für die Nutzbarkeit der Wege, Bänke zur Erholung, vielfältige Vegetation, Aussichtspunkte und stellt Informationen zum Thema Wald und Holz bereit. Und nicht zu vergessen: Ein PEFC-zertifizierter Waldbesitzer ist auch Arbeitgeber. Damit verbunden sind folgende Pflichten:

  1. Sicherung und Schaffung von forstlichen Arbeitsplätzen im ländlichen Raum.
  2. Ausschließliche Anstellung von zertifiziertem forstwirtschaftlichem Fachpersonal.
  3. Bereitstellung von Fortbildungsmöglichkeiten.

„Waldbesitzer, warum hast Du so große Sägen?“

„Waldbesitzer, warum hast Du so große Sägen?“ Fragst Du Dich manchmal, wieso man den Wald eigentlich nicht so lassen kann, wie er ist? Wieso muss man ihn bewirtschaften? Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen versorgt uns der bewirtschaftete Wald mit nachhaltigen Holzprodukten. Die Alternativen dazu wären nicht nachhaltige Monokulturen beispielsweise aus Südamerika, eine Unterstützung der Abholzung von Regenwäldern und ein erhöhter CO2-Ausstoß aufgrund deutlich längerer Lieferketten. Zudem leistet die nachhaltige Forstwirtschaft einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Die Verwertung von Holz in langlebigen Holzprodukten spart jährlich ca. 127 Millionen Tonnen CO2.1 Das entspricht 14 % der gesamten Treibhausgasemissionen in Deutschland. Bei einem natürlichen Verrottungsprozess würde dieses CO2 freigesetzt werden.

  1. charta-fuer-holz.de

„Waldbesitzer, warum sind hier so viele Menschen in Orange?“

„Waldbesitzer, warum sind hier so viele Menschen in Orange?“ Fragst Du Dich, wie viele Arbeitsplätze es eigentlich in der Forstwirtschaft und im Holzbereich gibt? In der Forstwirtschaft direkt arbeiten rund 35.000 Menschen. Betrachtet man jedoch die ganze Holz- und Forstindustrie, fällt die Zahl deutlich größer aus. Hier sind es rund 1,2 Millionen Menschen. Man könnte also sagen, der Wald hat mehr Mitarbeiter als die Automobilindustrie. Hier sind es im Vergleich rund 700.000.

Erfolg hat man nur im Team

Kann man das alles allein schaffen? Wie so oft im Leben, erreicht man am meisten gemeinsam. Deswegen unterstützt PEFC deutschlandweit Waldbesitzer bei der Erfüllung ihrer Aufgaben. Wir verraten Dir wie.